Nach langer Wartezeit konnte im Internat am bbs nürnberg wieder ein ESDO-Training (European Self-Defense Organisation) angeboten werden. Unterstützt wurde unser Sport- und Freizeitzentrum durch das Team des FC Schwand.
Ein herzliches Dankeschön an Heike Legatzki, die die Trainerinnen und Trainer organisiert hat.
Das Betreuungsverhältnis von einer Trainerin bzw. einem Trainer pro Bewohnerin bzw. Bewohner schafft die Voraussetzung dafür, individuell auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderung einzugehen und eine optimale Förderung zu gewährleisten.
Die Bezeichnung „Selbstverteidigung“ wird dem ESDO-Sport jedoch nur bedingt gerecht. Vielmehr handelt es sich um ein ganzheitliches Trainingskonzept, das neben Techniken zur Selbstverteidigung auch Fitness, Koordination, Körperwahrnehmung und Selbstvertrauen fördert – Fähigkeiten, die im Alltag von großem Nutzen sind.
Der Sport nach dem Prinzip der ESDO ist kein Kampfsport, aber es wurde den Teilnehmenden beigebracht, im Ernstfall auch gegen stärkere Gegner zur Wehr zu setzen und diese auch zu Boden zu bringen. Das wurde im engen Raum geübt und auch der Langstock konnte gut zur Verteidigung eingesetzt werden.
Da sehbehinderte Menschen oft kein Angriffsverhalten bei einem Aggressor sowie eine Statur visuell erkennen können, und daher vielleicht langsamer reagieren, wurde uns vermittelt, dass ein deutliches, lautes NEIN, ggf. mit der Bitte um Hilfe Außenstehender oft der erste Schritt ist. Denn auch in der Selbstverteidigung gilt: Rückzug, wenn möglich ist die sicherste Art der Selbstverteidigung.
Text: Michael Heuer