Besonderer Besuch am bbs nürnberg: Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder war heute zu Gast im bbs nürnberg, Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte. Auf Einladung des Bezirkstagspräsidenten und Vorsitzenden der Blindenanstalt Nürnberg e. V., Peter Daniel Forster, informierte sich der Ministerpräsident über die Arbeit der Einrichtung und kam mit Schülerinnen, Schülern und Beschäftigten ins Gespräch. Begleitet wurde der Besuch außerdem von Jochen Kohler, Mitglied des Bayerischen Landtags.
Einblick in den Unterricht der Physiotherapie
Zum Auftakt besuchte Ministerpräsident Dr. Söder das Berufliche Schulzentrum. In der Klasse P2 der Berufsfachschule für Physiotherapie erhielten er einen unmittelbaren Einblick in den Unterricht und die besonderen Rahmenbedingungen einer Ausbildung für blinde und sehbehinderte Menschen.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten anschaulich, wie theoretische und praktische Inhalte vermittelt werden und welche Anpassungen notwendig sind, damit auch Menschen mit einer Sehbehinderung oder Blindheit eine qualifizierte Ausbildung absolvieren können. Dabei wurde deutlich, wie selbstverständlich fachliche Kompetenz, moderne Unterrichtsmethoden und individuelle Unterstützung am bbs nürnberg zusammenspielen.
Dass Physiotherapie einen wichtigen Stellenwert hat, konnte der Ministerpräsident dabei auch aus eigener Erfahrung bestätigen.
Zu Gast im „Café Blümchen“
Anschließend ging es zu Fuß weiter ins Internat. Eine Wohngruppe hatte sich ausdrücklich gewünscht, den Ministerpräsidenten persönlich kennenzulernen. Für seinen Besuch hatten die Kinder und Jugendlichen etwas ganz Besonderes vorbereitet: Sie öffneten ihr eigenes „Café Blümchen“ und bewirteten den Gast mit selbst gebackenem Kuchen.
Zunächst zeigten die Bewohnerinnen und Bewohner Herrn Dr. Söder ihre Wohngruppe und erklärten ihm, wie ihr Alltag im Internat aussieht. Danach wurde gemeinsam am Tisch Platz genommen – und eine Schwarzwälder Kirschtorte angeschnitten. Schnell entwickelte sich ein lebendiges Gespräch. Die Kinder wollten unter anderem wissen, was das Lieblingsessen des Ministerpräsidenten ist und wie man eigentlich „Chef von Bayern“ wird. Dr. Söder erzählte, dass er bereits im Alter von zehn oder elf Jahren den Wunsch entwickelt habe, in die Politik zu gehen. Auslöser seien unter anderem die Themen im Geschichtsunterricht gewesen, insbesondere die Beschäftigung mit den beiden Weltkriegen.
Auch der Besuch auf dem Oktoberfest wurde thematisiert. Dr. Söder fragte die Kinder, wer von ihnen denn bereits eine Lederhose besitze. Die Antwort fiel eindeutig aus: Bislang ist es nur einer aus der Gruppe. Besonders groß war die Freude, als die Kinder den Ministerpräsidenten fragten, ob sie einmal den Bayerischen Landtag besuchen dürften. Dr. Söder sagte zu, einen solchen Besuch sehr gerne möglich zu machen.
Neubau als wichtige Zukunftsperspektive
Auch die Zukunft des bbs nürnberg war Thema des Besuchs. Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster informierte den Ministerpräsidenten über die geplanten Neubau- und Modernisierungsvorhaben der Einrichtung sowie über die damit verbundenen Genehmigungsverfahren und notwendigen Förderungen. Das bbs nürnberg steht vor der Aufgabe, seine Gebäude und räumlichen Strukturen an die heutigen und zukünftigen Anforderungen anzupassen. Moderne, barrierefreie und auf die besonderen Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen ausgerichtete Bildungs-, Wohn- und Lebensräume sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, die erfolgreiche Arbeit der Einrichtung langfristig fortzuführen.
Der Besuch des Ministerpräsidenten bot damit nicht nur Gelegenheit, die tägliche Arbeit des bbs nürnberg unmittelbar kennenzulernen, sondern auch die anstehenden Zukunftsaufgaben persönlich anzusprechen.
Ein süßer Abschied
Zum Abschluss hatten die Kinder noch eine Überraschung vorbereitet. Sie überreichten dem Ministerpräsidenten selbst gebackene Hundeleckerlies als kleines Geschenk. Dr. Söder verabschiedete sich anschließend von der Wohngruppe und bedankte sich für die Einladung, die persönlichen Gespräche und natürlich für den leckeren Kuchen. Für das bbs nürnberg war der Besuch ein besonderer Termin: Er brachte die Arbeit der Einrichtung, die individuellen Bildungswege und das Leben der Kinder und Jugendlichen unmittelbar mit der bayerischen Landespolitik zusammen – und schuf zugleich Raum, um über die Zukunft des Bildungszentrums und die notwendigen Rahmenbedingungen für den geplanten Neubau zu sprechen.