An zwei Terminen, am 16. und 30. Juni, hatten unsere Teilnehmenden die besondere Gelegenheit, den Rudersport am Dutzendteich kennenzulernen. Unterstützt wurden wir dabei von Franziska Heil sowie ihren Vereinskollegen des Rudervereins 1880 Nürnberg Michael und Marc, die uns mit viel Geduld und Engagement in die Welt des Ruderns eingeführt haben.
Zu Beginn stand die Vorbereitung der Boote auf dem Programm: Vom Herausnehmen aus dem Bootshaus über das Einsetzen ins Wasser bis hin zum Anbringen der Skulls (Ruder) in den Dollen lernten wir Schritt für Schritt alle wichtigen Handgriffe kennen. Anschließend erklärten unsere Trainer den Aufbau eines Ruderbootes, zeigten den sicheren Einstieg und stellten gemeinsam mit den Teilnehmenden die optimale Beinlänge am Stemmbrett ein.
Bevor es aufs Wasser ging, wurde die richtige Rudertechnik zunächst auf dem Ergometer geübt. Unter der Anleitung von Marc konnten alle die korrekte Körperhaltung und den Bewegungsablauf kennenlernen. Diese Vorbereitung erwies sich später auf dem Wasser als äußerst hilfreich. Dann war es endlich soweit: In zwei Vierer-Booten ging es hinaus auf den Dutzendteich. Schnell wurde deutlich, dass Rudern vor allem vom Zusammenspiel lebt. Der gleichmäßige Bewegungsablauf – das Ziehen der Ruder durch das Wasser, das anschließende Drehen der Skulls und das kontrollierte Nach-vorne-Gleiten auf dem Rollsitz – muss von allen Besatzungsmitgliedern exakt synchron ausgeführt werden. Nur dann gleitet das Boot kraftvoll und gleichmäßig über das Wasser.
Gerade für blinde und sehbehinderte Menschen bietet Rudern viele Vorteile. Dank eines Steuermanns oder einer Steuerfrau ist jederzeit eine sichere Orientierung gewährleistet. Gleichzeitig fördert der Sport Ausdauer, Kraft, Koordination und Teamarbeit und vermittelt ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Nach rund 45 Minuten auf dem Wasser gehörte auch die Nachbereitung dazu. Gemeinsam wurden die Boote an Land gezogen, gründlich abgespritzt, sorgfältig getrocknet und anschließend wieder im Bootshaus verstaut. Auch die Dokumentation jeder Ausfahrt ist fester Bestandteil des Rudersports: Im Fahrtencomputer werden das genutzte Boot, die Anzahl der Rudernden sowie die Dauer der Fahrt genau erfasst. Wir bedanken uns herzlich bei Franziska Heil, Michael und Marc für die fachkundige Anleitung, ihre Geduld und die Begeisterung, mit der sie uns diesen faszinierenden Sport nähergebracht haben. Es waren zwei gelungene Nachmittage mit vielen neuen Eindrücken – und vielleicht für den einen oder die andere der Beginn einer neuen sportlichen Leidenschaft.
Text: Michael Heuer / Tobias Tröger